Was schon Garfield wusste...

Montag! Der Beginn von etwas Neuem. Die neue Woche startet und eigentlich sollte dies nach einem erholsamen Wochenende etwas Positives sein. Leider nicht für jeden. Offensichtlich.

 

Fast täglich bin ich schon sehr früh mit unserer Mops-Dame Peggy in der Stadt unterwegs. Bisher konnten wir ihr die Benutzung der Toilette noch nicht beibringen. Sie hat noch etwas Mühe, die Klospühlung zu bedienen...

 

Aus diesem Grund begleite ich sie auf ihrem Toilettengang unter freiem Himmel. Dabei begegnen wir so einigen Menschen auf dem Weg zur Arbeit. Da Peggy noch jung ist und noch nicht über die nötige Erziehung verfügt, dass man Menschen denen man in engen Gässchen und dunkeln Strässchen begegnet auch höfflich grüsst, übernehme ich das jeweils für sie.

 

Leider ist mein "Guete Moorge" oft ein Gruss ins Leere. Da mir Peggy auch selten antwortet, wenn ich sie anspreche bin ich das schon etwas gewöhnt, aber sonderbar finde ich es trotzdem. Warum kann ein Mensch auf dem Weg zur Arbeit einen Gruss nicht erwidern? Meistens checke ich vor dem Gruss ab, ob jemand Kopfhörer trägt oder gar vielleicht meiner Sprache nicht mächtig sein könnte. Wenn beide Kriterien negativ sind wage ich das "Guete Moorge". Ich führe keine Statistik, aber von gefühlten 100 "Guete Moorge" werden deren 150 nicht erwidert. Traurig. Ab Donnerstag und Freitag ist das dann ganz anders. Da grüssen mich sogar Leute mit Ohrstöpseln und ausländische Touristen. Offenbar ist die Grundstimmung der Menschen kurz vor dem Wochenende eine komplett andere. An mir und Peggy kann es nicht liegen. Wir verhalten uns so wie immer; sie konzentriert sich darauf den Darm zu entleeren und ich darauf meine "Guete Moorge" raus zu hauen. Es muss also etwas mit der Nähe zum Samstag und Sonntag zu tun haben.

 

Eigentlich total dähmlich, nicht? Was ist am Montag wirklich anders? OK, die Arbeitswoche liegt noch vor einem. Aber das dürfte doch nicht derart belastend sein, dass man die Lust an allem kurzzeitig verliert. Wie schlimm muss eine Arbeit sein, wenn nur das Wochenende bleibt worauf man sich noch freuen kann. Fünf Tage Mühseeligkeit für zwei Tage Heiterkeit? Wenn dies tatsächlich der Grund ist, dann frage ich mich: Was geht in unserem Leben schief? Ich hatte auch schon viele "Scheiss"-Jobs in meinem Leben, die nur "Mittel zum Zweck" waren. Trotzdem kann man auch denen etwas Positives abgewinnen. Man kommt ja auch mit Menschen zusammen, die sind nicht alle übel und mühsam. Wie kann man nur derart unmotiviert zur Arbeit schreiten, so dass man den Typ mit dem Mops behandelt, als sei er inexistent.

Nun bin ich dabei, ein Treppchen zum Klosett für Peggy zu basteln, so dass sie selbständig das WC benutzen kann. Wenigstens Montag bis Donnerstag. Am Freitag gehe ich mit ihr raus. Vielleicht lasse ich aber auch das "Guete Moorge" weg...NEIN! Sicher nicht! Jetzt weiss ich was ich tue. Ich gehe nur noch Montag bis Donnerstag mit ihr raus und grüsse mich durch die Innenstadt. Vielleicht gelingt es Peggy und mir ja, dass einige "Morgenmuffel" irgendwann den Gruss erwidern. Diese Herusforderung nehme ich an!

 

 

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